Zürich, Schweiz
Studie 2018
In den 1960er-Jahren führte die Bewegung „Freie Limmat“ zur weitgehenden Zerstörung der Bebauung entlang des Flusses, um dem zunehmenden Autoverkehr Platz zu schaffen. Das geplante Kongresszentrum stellt sich dieser Haltung bewusst entgegen und positioniert sich als öffentliches Gebäude direkt im Flussraum.
Als urbane Schnittstelle spannt das Gebäude vom Vorplatz des Bahnhofs zum Central und stärkt die Verbindung zwischen Niederdorf und Bahnhofstrasse. Ein zentrales Element des Entwurfs ist die öffentliche Loggia: ein zweigeschossiger Laubengang, der das Gebäude umläuft und einen witterungsgeschützten Aussenraum schafft. Mit einer Höhe von neun Metern und einer Breite von sechs Metern entsteht ein überdachter Stadtraum, der nicht nur als Durchgang, sondern als Aufenthaltsort am Wasser dient.
Im Erdgeschoss integriert das Gebäude die bestehenden Tramgleise und bildet über seine gesamte Länge eine Arkade. Cafés, Geschäfte und Galerien öffnen sich beidseitig und schaffen eine durchlässige, öffentliche Struktur.
Da ein Kongresszentrum nur an wenigen Tagen im Jahr genutzt wird, versteht sich der Entwurf nicht primär als Antwort auf ein spezifisches Programm, sondern als städtebauliches Angebot. Sechs Treppenhäuser erschliessen alle Geschosse und führen von den Eingangshallen im Erdgeschoss über das öffentliche Foyer im ersten Obergeschoss bis zum grossen Saal. In den Foyers überlagern sich öffentliche und private Nutzungen und verknüpfen das Gebäude mit dem Stadtraum. Die generische Raumstruktur ermöglicht vielfältige Nutzungen und parallele Veranstaltungen.